Pressemitteilung der
ZEIT Verlagsgruppe

10. Oktober 2017

Schriftsteller Jakob Nolte: „Der Generationsbegriff ist eine Riesenkatastrophe“

In der aktuellen ZEIT CAMPUS wehren sich vier junge Autorinnen und Autoren dagegen, die „Stimme der Generation“ zu sein. „Der Generationsbegriff ist eine Riesenkatastrophe. Es wird dabei immer nur ein Milieu herausgegriffen und so getan, als wäre die ganze Generation wie dieses eine Milieu“, sagt Jakob Nolte, der mit seinem Roman „Schreckliche Gewalten“ (Matthes & Seitz Berlin, 2017) für den Buchpreis 2017 nominiert war. Jungen Menschen so einen Begriff überzustülpen sei selbstgefällig, meint die Theaterautorin Olga Bach: „Ich kann nicht sagen, was unsere Generation ausmacht. Außer vielleicht, dass wir alle das Internet nutzen.“ Bach war mit ihrem Stück „Die Vernichtung“ beim Berliner Theatertreffen vertreten.

Ebenso sei die Kritik, zu selten eine politische Haltung einzunehmen, unangebracht: „Ich finde diese Kritik vermessen“, sagt Philipp Winkler, dessen Roman „Hool“ (Aufbau, 2016) im vergangenen Jahr für den Buchpreis nominiert war: „Ich funktioniere als Autor nicht so, dass ich mir denke: ‚Ach, da ist ein politisches Problem, das finde ich blöd, darüber schreibe ich jetzt einen 400-Seiten-Roman.‘“ Die Frage sei doch, so Fatma Aydemir: „Wo fängt Politik an? Wie man eine Mann-Frau-Beziehung darstellt, ist doch auch schon politisch.“ Aydemir wurde für ihren ersten Roman „Ellbogen“ (Hanser, 2017) mit dem Klaus-Michael-Kühne-Preis für das beste literarische Debüt des Jahres ausgezeichnet.

Die aktuelle Ausgabe ZEIT CAMPUS erscheint mit dem Titel „Wo gehöre ich hin?“ inklusive Extraheft „Berufsbilder für Ingenieure“ und ist ab sofort im Handel erhältlich.

 
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